Montag, Juli 06, 2020
Text Size

Derzeit teilen sechs Tiergefährten mein Leben - meine langjährige Gefährtin Shiwa musste leider im Januar 2002 über die Regenbogenbrücke gehen, ist aber in Gedanken immer bei mir.

Meine beiden Pferde stehen in einem kleinem Reitstall ganz in der Nähe meines Wohnortes. Sie sind dort so untergebracht, wie ich es für die Beiden als ideal betrachte. Sie haben grosse Innenboxen, mit daran anschliessendem grossem gemeinsamen Paddock. Beide Pferde werden täglich bewegt oder kommen zumindest auf die Weide. Neben Bodenarbeit und Longieren stehen auch viele Ausritte und regelmässiges gymnastizierendes Reiten auf dem Reitplatz auf dem Programm. Seitengänge übe ich allerdings auch gerne mal auf Waldwegen. Und wenn es mal wieder in Strömen regnet, gehe ich mit den Pferden spazieren. Ausserdem gehen beide Pferde mit Begeisterung vor dem Trabersulky und Manolito hat sich inzwischen mit dem Ziehen eines Gigs angefreundet. Allerdings sind wir alle eindeutig lieber mit dem Trabersulky unterwegs.

Meine inzwischen vier Windhunde-Damen, drei Salukimädchen und ein derzeit noch rotzfrecher Azawakh-Welpe, halten mich gut auf Trab. Meine drei erwachsenen Damen laufen problemlos am Pferd mit und die Nr. Vier wird das zu gegebener Zeit auch lernen. Da es bei uns im Wald jede Menge Wild gibt, müssen die Mädels am Pferd viel an der Leine laufen. Ich sorge allerdings täglich zusätzlich für genügend Freilauf. Denn es gibt in meinen Augen nichts schlimmeres als einen Windhund der dazu verdammt ist immer an der Leine zu laufen zu müssen. Nur Freilaufen kann für die nötige Bewegung sorgen und hält damit auch die Psyche eines jeden Hundes gesund.

Patricia B. McConnell schreibt in ihrem Buch “Das andere Ende der Leine” sehr eindrückliche Worte über die Beziehung zu ihren Hunden. Diesen Worten kann ich mir nur anschliessen.

“Vielleicht liegt der Wert einer Beziehung auch darin, dass man nach möglichst viel Gemeinsamkeit strebt und ihre Grenzen wahrhaftig und mit innerem Frieden akzeptiert.

Ich mag es, dass Luke kein kleiner, haariger, vierbeiniger Mensch ist. Ich habe meine menschlichen Freunde und brauche die Hunde nicht als Ersatz. Einiges von dem, was mir meine Hunde geben, ähnelt dem, was mir menschliche Beziehungen geben. Aber genauso wie ich nicht mit Tulip den Weltfrieden diskutieren kann gibt es auch etwas, das mich in meiner Verbindung zu ihr bereichert und dass ich nicht von meinen menschlichen Freunden erhalten kann. Ich bin nicht einmal sicher, was das ist, aber es ist tief, unmittelbar und gut. Es hat etwas damit zu tun, mit der Erde verbunden zu bleiben und den Planeten mit anderen belebten Dingen zu teilen. Wir Menschen sind in einer so seltsamen Lage - wir sind immer noch Tiere, deren Verhalten das Verhalten unserer Vorfahren widerspiegelt, und doch sind wir einzigartig - wie kein anderes Lebewesen auf der Erde. Unser Anderssein entfremdet uns und lässt uns leicht vergessen, woher wir eigentliche kommen. Vielleicht helfen uns die Hunde, dass wir uns an die Tiefe unserer Wurzeln erinnern und daran, dass wir - die Tiere am anderen Ende der Leine - zwar etwas sehr Besonderes, aber nicht allein sind. Kein Wunder, dass wir sie unsere besten Freunde nennen. “

 

 

Ich kann die Lektüre jedem Hundehalter nur wärmstens empfehlen. Jeder wird sich in den verschiedensten Situationen immer wieder selbst erkennen.