Mittwoch, Oktober 23, 2019
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Neben viel Bewegung, Aufmerksamkeit, Liebe und einer Umgebung, die ihren Forscherdrang befriedigt, benötigen Katzen hochwertiges Futter. Manche Katzenhalter verfüttern ihrem Liebling nur teure Häppchen. Das ist ein ehrenswerter Liebesbeweis, aber noch keine artgerechte Ernährung. Die natürliche Nahrung der Hauskatze ist arm an Kohlenhydraten und reich an Eiweissen und Fetten - ein Ernährungsideal, dem die Maus am nächsten kommt. Mäusefleisch ist nicht nur protein- und lipidreich, es enthält auch alle Fettsäuren und Vitamine, welche die Katze mit der Nahrung aufnehmen muss - z.B. Arachidonsäure, Linolsäure und fixfertiges Vitamin A, das Katzen im Gegensatz zum Menschen nicht selber aus pflanzlichen Betacarotinen herstellen können. Ueberliesse man der Katze die Futtersuche in der Natur, würde sie täglich zw. 10 und 15 Mäuse erlegen, um ihren Nährstoffbedarf zu decken.

Von ihren Vorfahren, den nubischen Falbkatzen Nordafrikas, hat die moderne Hauskatze eine besondere Eigenschaft geerbt: Sie kann ihren Urin stark konzentrieren und deckt ihren Wasserbedarf grösstenteils über die Nahrung. Das Fressen von Beutetieren reicht fast vollständig aus, um ihren Durst zu stillen (Mäusefleisch enthält bis 80 % Wasser). Aus diesem Grund gehört eine Katze, die (plötzlich) viel trinkt, in tierärztliche Behandlung; die Gefahr besteht, dass sie ein ernsthaftes Nierenproblem hat.

Wer so wenig trinkt wie die Katze, sollte nicht viel Trockenfutter fressen. Gewöhnliches Trockenfutter enthält bloss 12 % Wasser. Frisst eine Katze zuviel davon, muss sie mehr trinken, was sie aber meist nicht tut. Die Folge davon sind Harngriess, eine trockene, schuppige Haut, die leicht juckt, und ein stumpfes Fell, das zu Haarausfall neigt - vor allem wenn zum Wassermangel noch ein Defizit an Fettsäuren kommt.

Solche Beschwerden müssen Dosenfutter-Katzen kaum befürchten. Dafür fördert das Futter aus der Dose - im Uebermass genossen - Zahnstein, Zahnausfall, Zahnfleischbluten und -entzündung.

Was aber soll denn die Hauskatze fressen ? Ein ausgewogener Menüplan für die Katze, sollte sich daran orientieren, dass die Katze ein fettliebender Fleischfresser ist, der den grössten Teil seines Wasserbedarfs mit der Nahrung deckt. Deshalb plädiere ich auch bei Katzen für eine Rohfutterernährung mit Muskelfleisch und fleischigen Knochen.

 

 

Um Fehlgährungen im Magen-Darmtrakt zu vermeiden, nimmt jede Freilauf-Katze von Zeit zu Zeit Grünzeug zu sich. In der freien Natur sind dies z.B. Feldthymian, Augentrost und Wiesenkerbel. Auch die Hauskatze sollte ihren frischen “Katzenhafer” bekommen, und ihr Futter darf durchaus mit Küchenkräutern wie Basilikum, Thymian, Majoran, Kerbel, Estragon oder Bohnenkraut angereichert werden.